Geschichte

Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Quenstedt

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25.03.1883

Gründung der Wehr durch 13 Bürger von Quenstedt

Gründungsmitglieder waren: Gustav Bode, Friedrich Brenner, Wilhelm Ermes, Gottlob Fischer,

Gottlieb Gröper, Wilhelm Hänschen, August Jammermann, Gottlieb Mertens, Karl Pätz, Friedrich Thieme, Herrmann Tresselt, Andreas Wesemann. Gustav Bode übernahm die Wehrleitung.

Das alte Gerätehaus am Ring stammt wahrscheinlich aus dieser Zeit. Eine genaue Angabe über den Bau des Gebäudes konnte leider noch nicht erforscht werden. Im hinteren Teil des Gerätehauses befand sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts der Leichenwagen der Gemeinde.

Die Brandbekämpfung zu dieser Zeit erfolgte mit einer Doppelkolbenhanddruckpumpe mit Handzug.

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1888

Im Jahre 1988 wurde für die Feuerwehr eine Doppelkolbenhanddruckpumpe mit Gespannzug angeschafft, was für die damalige Zeit ein großer Fortschritt war. Im Ort wurde sie Mit Handzug bewegt, bei nachbarschaftlicher Löschhilfe konnte sie durch Pferdegespann wesentlich schneller am Einsatzort sein.

Diese Ausrüstung blieb bis ca. 1939 unverändert. Die „Alte Technik“ befindet sich noch heute in Besitz des Förderverein der freiwilligen Feuerwehr Quenstedt und kann bei Vereins- und Feuerwehrfesten besichtigt werden.

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1910

Im Jahre 1910 bekam der damalige Wehrleiter Herrmann Tresselt eine Urkunde für gute Verdienste im Feuerlöschwesen vom Kaiser verliehen. Daraus lässt sich schließen, dass auch schon zu dieser Zeit ordentliche Arbeit in der Wehr geleistet wurde.

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1939

Für die Zeit von 1933-1945 existieren nur wenige Aufzeichnungen. 1939 erhielt die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger TS4. Für die Kameraden eine große Erleichterung bei der Brandbekämpfung, fiel doch nun die schwere Handarbeit weg.

In dieser Zeit war Otto Lukas Wehrleiter. Er leitete die Wehr bis 1945

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1945

Nach dem 2. Weltkrieg 1945, wurde auch ein Neuanfang der Wehr vollzogen. Der Kamerad Paul Schmidt übernahm 1945 die Leitung der Wehr.

 

1956

Seit diesem Jahr sind Protokolle über Versammlungen vorhanden, aus denen die Arbeit der Wehr hervorgehen.

Es wurde jeweils nach dem 1. des Monats eine Versammlung und Schulung, abwechselnd in den Gaststätten „Brauner Hirsch“ und „Fasan“ durchgeführt. In den Sommermonaten wurde vor den Versammlungen eine Übung durchgerführt.

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1958

Das 75 jährige Bestehen der freiwilligen Feuerwehr Quenstedt wurde am 14. und 15. Juni 1958 mit einem Fest gefeiert. Veranstaltet wurden u.A. ein Fackelumzug, ein Tanzabend, ein Empfang befreundeter Wehren sowie eine Schul- und Grundübung. Diese wurden vom damaligen Kreiskommando jeweils mit „gut“ bewertet.

 

1960

Übernahme des seit 1922 bestehenden Spielmannszug von der Wehr. Dieser war ab 1922 dem Sportverein angeschlossen. Da jedoch immer mehr Mitglieder der Wehr angehörten wurde er 1966 von der Wehr übernommen. Die Leitung hatte der Kamerad Werner Fischer. Zu dieser Zeit umfasster der Spielmannszug 15 Mitglieder.

 

1961

Zur Jahreshauptversammlung trat Paul Schmidt als Wehrleiter altersbedingt zurück. Er leitete die Wehr 16 Jahre. Als Nachfolger wurde Werner Fischer gewählt.

Eine wichtige Arbeit der Kameraden war zu dieser Zeit neben Schulungen und Ausbildungen auch der vorbeugende Brandschutz. Es wurden Brandschutzkontrollen in den Wohnungen und Betrieben der ehemaligen LPG durchgeführt. In den Sommermonaten organisierte man Brandschutzwachen um die Ernte zu schützen.

 

1963

Anlässlich des 80 jährigen Bestehens der Wehr erhielten die Kameraden eine neue Motorpumpe TS8

 

1964

Da die Pflege der Schläuche in den 60. Jahren immer schwieriger wurde, bedingt durch viele Neuanschaffungen und Übungen, beschloss man den Neubau eines Schlauchtrockenturms. Dieser wurde direkt am Gerätehaus erreichtet. Außerdem erfolgte die Umsetzung der Sirene auf das Dach des Turm, der mit 12m Höhe der ideale Standort war.

 

1969

Die Frauen sollten auch aktive Arbeit in der Wehr leisten können. So wurde im Jahre 1969 eine Frauengruppe ins Leben gerufen. Es sollten aber noch 5 Jahre vergehen, bis die Frauen zum Einsatz kamen. Im Laufe der Zeit wurden weite Frauen für die Frauengruppe geworben. Diese erzielten sehr gute Erfolge im Löschangriff, bis hin zum Kreismeister in Harkerode.

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 1970

 

Um das Fortbestehen der Feuerwehr zu sichern wurde zur Jahreshauptversammlung die Gründung einer Jugendfeuerwehr beschlossen. Der Kamerad Erich Backhaus wurde mit der Betreuung und Ausbildung der Gruppe beauftragt.

Die gute Arbeit des Kameraden Erich Backhaus wurde schon 1971 deutlich. Zum Kreisausscheid 1971 belegte die Gruppe zwei 1., zwei 2. und zwei 3. Plätze, was natürlich für die Gruppe ein großer Ansporn war.

 

1978

Das erste Löschgruppenfahrzeug LF8 vom Typ LO2002 Robur wird in Quenstedt vom Landkreis zugeführt. Das Fahrzeug wurde ohne feuerwehrtechnische Ausrüstung gestellt und war zur Entnahme der Mittel über die Rückseite konstruiert. Da eine solche Bestückung für die Wehr nicht zweckmäßig war, wurde eine Umrüstung zum Mannschaftstransportfahrzeug mit einem TSA vorgenommen.

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1983

Vom 22.07.-24.07.1983 wurde das 100 jährige Bestehen der Quenstedter Feuerwehr feierlich begangen.

Nach vielen Wochen intensiver Vorbereitungen konnte das Fest am Freitag d. 22.07. gegen 17:00 Uhr mit einer Disco in der Gaststätte „Brauner Hirsch“ begonnen werden. Der Festplatz mit Schaustellern, Schießbude, Kegelbahn, Bierzelt und Versorgungsständen vom Konsum war auf dem Vorplatz der Gaststätte aufgebaut. Zu dieser Zeit hatte die Feuerwehr 47 aktive Mitglieder, davon 10 Frauen.

 

1988

Durch weitere Anschaffungen von Technik Ende der 70 ziger Jahre, wurde die Scheune am Teich zur Unterstellung der Technik gepachtet. Eine intensive Schulung der Kameraden war notwendig. Der um diese Zeit genutzte Schulungsraum hatte hierzu weder technische Möglichkeiten noch sanitäre Einrichtungen. So wurde im im Oktober 1988 mit den Bau eines Schulungsraumes begonnen. Alle Arbeiten an diesem Objekt erfolgte von den Kameraden in Feierabendtätigkeiten. Dafür leisteten die Kameraden insgesamt 2000 Arbeitsstunden. Nach 2 jähriger Bauzeit wurde der Schulungsraum am 03.10.1990, zum Tag der „Deutschen Einheit“ eingeweiht.

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1990

Zur Jahreshauptversammlung stellte Werner Fischer sein Amt als Wehrleiter zur Verfügung. Dieses Übernahm der Kamerad Falk Dahm. Knut Fischer wurde Stellvertreter für Ausbildung. So Vollzog sich ein Generationswechsel in der Wehr.

In der Übergangszeit der DDR in die BRD waren keine klaren Gesetze über die Arbeit der Feuerwehren vorhanden. Brandschutzkontrollen wurden nicht mehr durchgeführt und eine regelmäßige Arbeit in Richtung Feuerwehrverband war noch nicht möglich.

Die Kameraden in Quenstedt haben weiterhin sehr aktiv ihren Dienst gemacht und somit die Wehr stabilisiert.

 

1993

Die finanzielle Situation hat sich nach der Wende in der Weh wesentlich verbessert. So wurden 1993 große Anschaffungen gemacht. u.A. 2 DLA, 2 Handfunkgeräte, 100l Schaumbildner und für 9 Kameraden eine komplette Einsatzbekleidung. Auch der Aufgabenbereich erweiterte sich. So wurden die Kameraden immer öfter zu Verkehrsunfällen gerufen. Auch die Einsatzzahlen waren höher. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, wurden die Kameraden kontinuierlich in der Feuerwehrschule Heyrothsberge in verschiedenen Lehrgängen geschult.

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1994

Ein Höhepunkt für die Wehr war am 22.10.1994. Die Übergabe eines neuen Löschfahrezeuges vom Typ TSF-W. Der Landrat Herr Sommer ließ es sich nicht nehmen bei der Übergabe anwesend zu sein. Das neue Fahrzeug wurde feierlich vom Spielmannszug zum Fuerwehrdepot begleitet.

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1998

Das Jahr 1998 brachte eine Veänderung in der Wehrleitung mit sich. Der Wehrleiter Falk Dahm ist aus Quenstedt verzogen und stellte seine Funktion zur Jahreshauptversammlung zur Verfügung. Zum neuen Wehrleiter wurde der Kamerad Frank Raschke gewählt und der Kamerad Veit Klotz übernahm die Funktion des Stellvertreters.

Die Scheune, welche die Feuerwehr jahrelang für ihre Technik gepachtet hatte, wurde 1996 von der Gemeinde gekauft.

Im November 1998 wurde mit der Arbeit der geplanten Sanierungsmaßnahmen begonnen. Dazu gehörten der Einbau neuer Tore, Plasterarbeiten vor der Einfahrt sowie die Installation von Sanitäranlagen und Umkleideräume. Die Sanierung wurde im Jahre 2000 abgeschlossen. Den Kameraden stand nun ein modernes Gerätehaus zur Verfügung.

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1999

Die Wehr hatte 1999 insgesamt 73 Mitglieder, davon 27 Einsatzkräfte, womit die geforderte Sollstärke für eine Stützpunktwehr in der damaligen Verwaltungsgemeinschaft erreicht war. In diesem Jahr bekam die Wehr aus Beständen anderer Wehren ein komplettes Löschgruppenfahrzeug mit STA vom Typ LO Robur LF8-TS 8 STA.

 

2001

Zur Verbesserung der Hilfeleistungen bei Unfällen wird ein hydraulischer Rettungssatz von Lukas angeschafft.

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2002

Zum Tag der „Deutschen Einheit“ am 03.10.2002 bekam die Feuerwehr Quenstedt ihr neues Tanklöschfahrzeug TLF 16-25. Dieses wurde natürlich gefeiert. Der Spielmannszug umrahmte die Feierlichkeiten musikalisch. Mit diesem Fahrzeug ist die Quenstedter Feuerwehr sehr gut ausgerüstet und kann als Stützpunktwehr in der Verwaltungsgemeinschaft schnelle Hilfe leisten.

 

2003

In diesem Jahr konnte die Wehr ihr 120 jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Feuerwehr insgesamt 31 aktive Mit, davon 7 Frauen. Zur Jahreshauptversammlung wurde der Kamerad Frank Raschke als Wehrleiter bestätigt.

 

2005

Zur Jahreshauptversammlung übernahm der Kamerad Mathias Siegl die Funktion des stellvertretenden Wehrleiters.

 

Im zweiten Halbjahr konnten die Kameraden ein neues Mehrzweckfahrzeug mit 9 Sitzplätzen in Empfang nehmen. Dieses ersetzte den in die Jahre gekommen Robur.

 

2007

In diesem Jahr verfügt die freiwillige Feuerwehr Quenstedt über 15 Maschinisten, 8 Gruppenführer, 4 Zugführer und 2 Verbandsführer, was den sehr guten Ausbildungsstand der Wehr widerspiegelt.

 

2008

Das Jahr 2008 stand ganz im Zeichen der Vorbereitung und Durchführung des 125 jährigen Bestehens der Wehr.

 

Im März wurde mit der Sanierung des „kleinen Teiches“ begonnen. Der direkt an das Gerätehauses angrenzte. Es waren umfangreiche Baggerarbeiten notwendig, danach wurde auf der Fläche Platten verlegt, sodass ein Parkplatz für die Kameraden, ein Waschplatz und ein Platz für die Ausbildung zur Verfügung stand.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten kam es zu einer Havarie an einem Rohr. Dabei drang Wasser in den Schulungsraum ein. Der Fußboden musste erneuert werden und es gab viel zusätzliche Arbeiten. Pünktlich zum 04.07. war der Schulungsraum wieder in Ordnung.

Am Freitag Abend wurde das Fest mit einem Festempfang im „Greml“ eröffnet. Der Samstag wurde mit einem Festumzug, bei dem mehr als 50 Feuerwehrfahrzeuge teilnahmen eröffnet. Viele interessierte Bürger nutzen das Angebot, alte und neue Technik zu bestaunen. Weiterhin unternahmen die Kameraden eine Schauübung bei der ein Küchenbrand simuliert wurde. Musik und gutes Essen rundeten die Festtage ab.

2009

2009 ist das Gründungsjahr des Vereins zur Förderung der freiwilligen Feuerwehr Quenstedt. Den Vereinsvorsitz übernahm der Kamerad Reno Elmer.

 

2012

Zur Jahreshauptversammlung wurde der Kamerad Mathias Siegl einstimmig zum Wehrleiter gewählt. Die Kameraden Sabine Zinke und Frank Raschke übernahmen die Funktionen der Stellvertreter.